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Dienstag, 8. April 2014

Mittelalterliche Briefe die William Walace und Robert the Bruce erwähnen werden in Stirling Castle ausgestellt


Die 700 Jahre alte Briefe, darunter einer von König Philipp IV. von Frankreich, zeigen die unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Sicherung der schottischen Krone.
Zwei Schreiben im Abstand von 9 Jahren zeigen die Beteiligung des Französisch Königs zum Eien mit William Wallace und zum Anderen mit Robert the Bruce und seine Verwicklung in das Schicksal der Schottischen Monarchie.

Die Ausstellung in Stirling Castle wird am 3. Mai 2014 eröffnet und ist dort bis Ende Juni zu sehen

Im Brief an seine Bevollmächtigten in Rom , befahl König Philipp IV, Papst Bonifatius VIII. zu bitten die Pläne von William Wallace zu unterstützen. Dieser wurde im Jahr 1300 geschrieben und im Tower of London in den 1830'er Jahren wieder entdeckt.
Es ist derzeit auf Leihbasis an die nationalen Archive von Schottland verliehen. Ansonsten findet man das Schreiben in den National Archives in London.

Der Brief wird zusammen mit einem Zweiten, neun Jahre später datierten, Brief an König Phillip IV. gezeigt, der von den schottischen Baronen des ersten Parlament nach Robert the Bruce Einnahme des Thrones im Jahre 1306 geschrieben wurde, gezeigt.

Historiker betrachten die Unterstützungserklärung für the Bruce als einen der wichtigsten Momente in der Anerkennung seiner Krone.
Die Ausstellung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen auf Stirling Castle im Vorfeld des 700. Jahrestag der Schlacht von Bannockburn .


Tim Ellis, Hüter der Aufzeichnungen von Schottland und Chief Executive der nationalen Archive von Schottland, sagte, er sei "sehr erfreut" über die Ausstellung.

"Der Tod von Alexander III im Jahr 1286 löste ein dynastisches Gerangel aus, das im Jahre 1306 gipfelte, als Robert the Bruce den schottischen Thron ergriff ", sagte er.

"Diese Ausstellung vereint zum ersten Mal zwei Archivschätze, die William Wallace und Robert the Bruce verbindet, um unser Verständnis dieser faszinierenden Zeit der schottischen Geschichte zu erhellen. "

Kulturministerin Fiona Hyslop sagte, die Unterlagen seien ein "faszinierender Einblick" in eine der turbulentesten Perioden in der Geschichte Schottlands .
Sie fügte hinzu: " Dies ist eine fantastische Gelegenheit für die Besucher, diese seltene und spezielle Dokumente, die einen spannenden Einblick in das Leben und das Vermächtnis von zwei der berühmtesten historischen Persönlichkeiten Schottlands bieten, zu erleben."

Link zur BBC Seite mit der Origialstory

Montag, 15. Juli 2013

Rätselhafte Gegenstände bei Grabung in Frauenstraße entdeckt

Hier ein Repost eines interessanten Fundkomplexes aus dem Raum Schwaben/Bayern. Ein Link zum Originalartikel findet sich am Ende des Postings.

Rätselhafte Gegenstände bei Grabung in Frauenstraße entdeckt.
Reizvolle bis rätselhafte Gegenstände sind bei der Grabung Ecke Frauenstraße/Radgasse gefunden worden. Die größte Überraschung aber waren zwei Häuser, die im 13. Jahrhundert außerhalb der Stadt lagen. Autor: HENNING PETERSHAGEN |

Seit dreieinhalb Monaten bietet das Grundstück Frauenstraße 34 einen abenteuerlichen Anblick. Archäologen haben dort ein Gewirr von Gewölben und Mauern freigelegt, um die Bau- und Siedlungsgeschichte des Areals zu dokumentieren, bevor dort ein Wohn- und Geschäftsgebäude entsteht.
Nach dem Ende der Aktion haben Jonathan Scheschkewitz, Referent für Mittelalterarchäologie beim Landesamt für Denkmalpflege, und der örtliche Ausgräber Hans Lang Bilanz gezogen. Dabei präsentierten sie eine Reihe bemerkenswerter Funde: Bis auf ein kleines Loch komplett erhalten ist ein Topf aus dem 14. Jahrhundert - eine Seltenheit, wie Scheschkewitz anmerkte. Von gehobener Wohnkultur zeugen die Scherben eines schillernden gläsernen Noppenbechers aus dem 15. Jahrhundert.
Besonders reizvoll ist der steinerne Kopf einer Kruseler Puppe. Der Name rührt von ihrer voluminösen Kopfbedeckung her, einer mit Rüschen besetzten Haube, die im 14./15. Jahrhundert wohlhabende Damen zierte. Ausgesprochen mysteriös ist hingegen ein gebranntes Tonstück mit sechs Kanten, auf dessen Seiten hausähnliche Muster eingraviert sind.

Neben sonstigen Kleinfunden sind vor allem Ofenkacheln aus verschiedenen Jahrhunderten entdeckt worden. Die ältesten sind Becherkacheln aus dem 13. Jahrhundert - und das ist die eigentliche Überraschung: Sie zeigen, dass die beiden ältesten Keller, die in der Grabungsfläche nachgewiesen wurden, zu urbanen Gebäuden gehörten, die aber außerhalb der Stadt lagen. Deren Grenze(7), S. 196] ist damals im Norden und Westen auf der Linie Hafengasse-Grünhofgasse verlaufen.
Die Häuser lagen fast parallel, eines an der Frauenstraße, das andere östlich davon, in der heutigen Radgasse. Die Frauenstraße, die damals noch Weberstraße hieß, war eine wichtige Ausfallstraße. Das könnte laut Scheschkewitz erklären, warum dort Häuser städtischen Zuschnitts standen, während ein paar Meter weiter östlich eine ländliche Besiedelung nachgewiesen wurde.
Diese Gebäude fielen noch im 13. Jahrhundert einem Brand zum Opfer, dessen Spuren sich in den beiden Kellern deutlich abzeichnen. In der Ecke des einen hat ein großer Topf überdauert, wenn auch zerscherbt. Die Häuser wurden nicht wieder aufgebaut, sondern ihre Keller verfüllt. Vermutlich wurden sie Anfang des 14. Jahrhunderts im Zuge der großen Stadterweiterung mit einer gut einen halben Meter dicken Planierschicht überzogen, die auch an anderen Stellen des damaligen Erweiterungsgebietes nachgewiesen ist.
Dann wurde das Grundstück vermutlich gewerblich genutzt. Zahlreiche Schlacke-Reste deuten auf Eisenverarbeitung hin. Mehrfach änderte sich die Bebauung. Der Vogelschauplan von 1597 zeigt an dieser Stelle drei Gebäude. Die sind wohl kurz darauf einem stattlichen Patrizierhaus gewichen, das dreieinhalb Jahrhunderte lang die Ecke Frauenstraße/Radgasse beherrscht hat. Es fiel 1944 den Bomben zum Opfer. Der an der Frauenstraße gelegene Teil seines Kellers, der von den Grabungen ausgenommen war, wird in das neue Gebäude integriert.



http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/Raetselhafte-Gegenstaende-bei-Grabung-in-Frauenstrasse-entdeckt;art4329,2108055

Montag, 11. Februar 2013

Neue Medien für die Realienforschung

Digitalisate und ihre Zugänglichkeit


Quellenforschung ist nicht jedermans Sache. Dabei ist es mittlerweile sehr einfach geworden Bildquellen zu sichten. Die Zeiten, in denen man nur auf wenige gedruckte Faksimiles von Originalhandschriften zugreifen konnte, stundenlang in Archiven sitzen musste um einen kleinen Hinweis auf eine Abbildung zu erhalten oder versucht hat mit dem wenigen, was man leicht zugänglich finden konnte ein klares Bild zu erzeugen, sind vorbei.

Heute bildet das Internet eine leicht zugängliche Fülle an Digitalisaten* von Originalhandschriften, seien es Bild- oder Schriftquellen, die keine Wünsche offen lässt.

Eine dieser Möglichkeiten ist www.ebooktreasures.org

In diesem Projekt werden Digitalisate von bisher nicht veröffentlichten, schwer zugänglichen oder besonderen Werken und Klassikern als EBook erstellt und angeboten. Sogar erste Bücher aus privaten Sammlungen werden hier der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Preislich liegt ein Buch bei ungefähr 4 €. Kommen wir hier zu den Pro und Contra Argumenten:

Contra:
-Die Bücher sind nur über den ITunes Store oder den Windows Store erhältlich
-Auf einem IMac kann man die Bücher NICHT lesen. Nur auf einem IPad o.ä. können diese mittels IBooks geöffnet werden (Über den Windows Store erfolgte noch kein Test)
-Es lässt sich kein Bildausschnitt herauskopieren (Tipp: Eine Digitalkamera ist zwar umständlich, hilft aber)

Pro:
-Ist man im Besitz eines Tablets mit ITunes Store oder Windows Store kann man immer und überall neue Bücher erwerben und leicht mitnehmen
-Der günstige Kaufpreis
-Hohe Auflösung der Digitalisate
-Regelmäßige Erweiterung des Angebots

Generell bleibt zu hoffen, dass dieses Projekt nicht so schnell eingestellt wird. Ich persönlich finde es sehr interessant und hoffe auf viele weitere Digitalisate. Bisher sind leider nur 28 online, darunter aber schon diese vier sehr interessanten "Titel":

"The Bedford Hours"
"The Luttrell Psalter"
"Henry VIII's Psalter"
"The Holkham Bible"

*Digitalisat: Ein Buch oder eine einzelne Seite mit Text und/oder Bild wird digitalisiert und, meist als PDF, gesichert.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Die Fastnacht im Mittelalter

Fastnacht

Nach den geläufigen Quellen wird die Fastnacht bereits seit dem 12. Jhdt in Europa begangen, bzw. gefeiert.
In der Regel am Epiphanias-Tag, bzw. heute Hl. Drei Könige Tag, dem 06. Januar feierten die Menschen sogenannte Feste der Narren. Diese wurden in den Kirchen, aber nicht als offizielle kirchliche Feste gefeiert.

Einen Eindruck davon erhält man noch aus dem Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ von Victor Hugo, bei dem die Abläufe rund um das Parodieren von kirchlichen Riten und Ritualen sehr detailliert beschrieben werden.

Das Aufkommen eines „falschen Papstes“ oder eines „Königs der Narren“ verdeutlichte aus Sicht der Kirche die Vergänglichkeit des Menschen und der Fastnacht, da der Narr als Sinnbild der Vergänglichkeit stilisiert wurde.

Hintergrund der Fastnacht

Der Hintergrund der Fastnacht wird den Lehren des großen Kirchenlehrers Augustinus zugeschrieben, der in seinem Werk „de civitate dei“  ausführt, sie stehe für den Staat des Teufels, die civitas diaboli.
Die „Endlichkeit“ dieser diabolischen Feier führte die Kirche ins Felde und proklamierte das sowohl der Teufelsstaat mit seinen Riten(Fastnacht) als auch der Mensch an sich nur kurzfristig aufträten, somit vergänglich seien und Ende der Staat Gottes schlussendlich siegreich verbleibe.
Am Aschermittwoch endet die die Fastnacht, um die unausweichliche Umkehr zu Gott zu verdeutlichen. Während die Kirche bei gotteslästernden Szenen während der Fastnacht untätig blieb, wurde ein Weiterfeiern der Fastnacht in den Aschermittwoch hinein streng verfolgt.

Eine der Quellen, die Chronik der Stadt Speyer aus dem Jahr 1612 berichtet ebenfalls von schon von einer eher ausufernden Fastnacht aus dem beginnenden 14. Jhdt: „Im Jahr 1296 hat man Unwesen der Fastnacht etwas zeitig angefangen / darinn etliche Burger in einer Schlegerey mit der Clerisey Gesind (kirchliche Angestellte des Bischofs und des Domkapitel) das ärgst davon getragen / hernach die Sach beschwerlich dem Rhat angebracht / und umb der Frevler Bestrafung gebetten.
Die Klage des Klerus vor dem Rat wurde übrigens nicht weiter verfolgt.

In der heutigen Fastnachts-/Karnevalshochburg Köln versuchte der Rat immer wieder die Feierlichkeiten verbieten zu lassen. Die gewalttätigen Auseinandersetzung und die Sachbeschädigungen der Vermummten (Mummenschanz), setzten der Stadt und dem Klerus über viele Jahrhunderte schwer zu.

Nachweise über die Fastnacht, Narrenfeste, Karneval des falschen Königs lassen sich in Europa in vielen Städten wiederfinden. In Nürnberg und sogar im damals schwedischen, heute finnischen Turku (Abo) gibt es zahlreiche Abbildungen und Traditionen aus dem Mittelalter die uns Aufschluss über die ausgelassene Stimmung und die Rituale vermitteln.

Quellen:
Wikipedia
Turku: Webster's Timeline History, 1229 - 2007
Chronik der Stadt Speyer

Samstag, 5. Januar 2013

Es werde Licht

Ein kleiner Beitrag zur Beleuchtung im 14. Jahrhundert

Viele Diskussionen drehen sich um ein Thema: Laternen zur Beleuchtung. Was bei solchen Debatten oftmals nicht zur Sprache kommt, ist der Umstand, dass wir die Darstellung meist nicht unter realistischen Umständen betreiben.
Bevor man eine große Laterne auf den Tisch im Haus stellt, die zudem noch ein schwaches Licht spendet, gibt es viele Möglichkeiten einen Raum zu erhellen. Gut bekannt sind so einfache Kienspanhalter oder ein sehr bekannter Metall-Kerzenständer aus England.

Über eine ganz einfache Form des Kerzenständers bin ich erst kürzlich gestolpert. Dieser wurde in Eberswalde bei Ausgrabungen im Stadtgebiet gefunden. Die Grabungen haben Fundgut aus dem 13. und 14. Jahrhundert zu Tage gefördert. Eine genauere Datierung ist bisher nicht veröffentlicht.

Der Kerzenständer wirkt selbst gemacht, ist doch die Form des Originals nicht ganz gleichmäßig. Auch wurde er scheinbar längere Zeit genutzt, denn am Rand der Kerzenaufnahme befinden sich schwarze Brandspuren, die darauf hindeuten, dass nicht nur einmal eine Kerze ganz herunter gebrannt wurde und die Kanten sind durch die Benutzung abgerundet.

Ein solcher Kerzenständer ist alleine aufgrund seiner Einfachheit für jeden Haushalt denkbar, der sich Talg- oder auch Bienenwachskerzen leisten konnte. Darauf deutet auch der in Eberswalde gefundene Kerzenständer hin, der im Fundgut eines normalen Wohnhauses lag.

Ein Rekonstruktionsvorschlag ist heute entstanden, zu sehen hier:


Quelle: Eberswalder Ausgrabungsgeschichten :
Archäologie und Geschichte einer märkischen Stadt